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AICA Tagung in Dresden

Medien-Meldung
Stand 05.11.21

KUNST/KRITIK in Ost und West
Eine Tagung zum deutsch-deutschen Verhältnis von Kunst und Kunstkritik
Albertinum, Dresden,
Samstag, 11. Dezember 2021,
10.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Das Verhältnis von Kunst und Kunstkritik in der ehemaligen DDR und der Bundesrepublik steht gut 30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung im Mittelpunkt einer Tagung in Dresden. Die deutsche Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes (AICA), die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und das Institut für Soziologie der Technischen Universität Dresden laden zu einer Debatte über diese Themen am 11. Dezember 2021 in das Dresdner Albertinum ein.
Die Kunstexperten beschäftigen sich mit der unterschiedlichen Rolle von Kunst, Kunstkritik und Kunstmarkt in den ehemals beiden deutschen Staaten. Eingeschlossen ist dabei auch die Frage der nicht erfolgten pauschalen Aufnahme der AICA-Mitglieder aus der DDR in einen gesamtdeutschen Kunstkritikerverband. Mit Redebeiträgen teilnehmen werden unter anderem Marion Ackermann, Karl Siegbert Rehberg, Wolfgang Ullrich und Matthias Flügge.
Unterstützt wird das Treffen von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). Zusätzlich ist eine Übertragung per Live-Stream vorgesehen.
Die Tagung soll – vor dem Hintergrund der beiden historischen Fragestellungen - untersuchen, ob und wo es bei der Kunst und Kunstkritik im beginnenden vierten Jahrzehnt der deutschen Wiedervereinigung immer noch eine unterscheidbare Differenz von „Ost“ und „West“ gibt. „Es geht uns um ein Verständnis der Andersartigkeit unserer jeweiligen Erfahrungen, der Wahrnehmungen von Geschichte sowie um die Akzeptanz einer möglichen Andersartigkeit - mit der Chance auf Anerkennung, dass gerade diese Diversität einen Reichtum darstellen kann“, betont die Präsidentin der deutschen AICA, Danièle Perrier.
Bewusst gewählt wurde das Albertinum als Veranstaltungsort für die öffentlichen Vorträge und Diskussionen, weil hier in den Jahren 2017/18 der „Dresdner Bilderstreit“ als späte und politisch aufgeladene Fortsetzung des bereits 1990 einsetzenden deutsch-deutschen Bilderstreits ausgetragen wurde. Der Kultursoziologe Prof. Karl Siegbert Rehberg (TU Dresden) wird zum Auftakt des Treffens zeigen, dass die deutsch-deutschen Kunstkontroversen weit über das Fachpublikum hinaus in den neuen Bundesländern auf starke Resonanz stießen. Daher sei dieser Streit als stellvertretender Diskurs über die schwierigen Aspekte der Wiedervereinigung einzuschätzen. Hierzu wollen auch die SKD-Generaldirektorin Prof. Marion Ackermann sowie die Albertinum-Direktorin, Hilke Wagner, sprechen.
Auf dem Podium werden als Experten zudem der Leiter des Kunsthauses Bethanien/Berlin, Christoph Tannert, und der Rektor der Dresdner Hochschule für Bildende Künste, Matthias Flügge, erwartet. Aus der Perspektive beider Länder stellen sie dar, warum die Kunstkritiker aus Ost- und Westdeutschland in den turbulenten frühen 1990er Jahren keinen Weg zueinander gefunden haben. Ergebnisse ihrer Archivarbeit mit AICA-Dokumenten der „Wende-Zeit“ zu diesem Thema präsentiert die Kunsthistorikerin und Autorin Isa Bickmann in Dresden.
Neben dem Kunstwissenschaftler Wolfgang Ullrich referiert auch der Berliner Kunsthistoriker Eckhart Gillen, Experte für die Kunst Ostdeutschlands in der Nachkriegszeit, auf der Tagung. Die britische Kunsthistorikerin Helen Adkins, die seit 1986 in Berlin lebt, wird die unterschiedliche Lage der Kunst und Künstler in den beiden deutschen Staaten aus der Sicht der "neutralen" Beobachterin beschreiben.
Zur deutschen AICA-Sektion zählen mehr als 200 Autoren, Kritiker, Journalisten und Publizisten. In der internationalen AICA, einer von der UNESCO anerkannten Nicht-Regierungsorganisation (NGO), sind weltweit in 95 Ländern über 5000 Mitglieder organisiert. Der Zweck des in Deutschland 1951 gegründeten Vereins ist die Förderung von Kultur und Bildung sowie der Kunstkritik und der Schutz von Presse- und Meinungsfreiheit.

Die Veranstaltung in Dresden ist öffentlich und kostenlos. Eine Anmeldung wegen corona-bedingter Platzbeschränkungen an karl-siegbert.rehberg@tu-dresden.de ist zwingend notwendig.

Weitere Informationen:
Danièle Perrier, Präsidentin AICA Deutschland: info@perrier.at
Gerd Korinthenberg, Vizepräsident/Medien: gerdkor@googlemail.com
AICA Deutschland: www.aica.de

Pressemeldung: Kongressakten erschienen

Gestaltung Anna Ranches I Bureau Mitte
Gestaltung Anna Ranches I Bureau Mitte

Kunstkritik in Zeiten von Populismen und Nationalismen

Book on Demand dokumentiert 52. Internationalen Kunstkritiker-Kongress

Dem aktuellen Thema Kunstkritik in Zeiten von Populismen und Nationalismen war der 52. Internationale Kongress des Kunstkritikerverbands AICA gewidmet. Als Book on Demand ist erscheint die umfangreiche Kongress-Dokumentation aller Vorträge und Diskussionen auf Deutsch und Englisch Mitte August 2021. Vor rund 200 AICA-Mitgliedern aus zahlreichen Ländern hatten im Oktober 2019 in Berlin mehr als 40 Vortragende und Moderatoren eine Definition des Populismus geliefert. Sie beschäftigten sich zudem mit den Fragen von Diskriminierung, der Zensur in vielen Ländern sowie der Übernahme künstlerischer Strategien im „rechten“ Sprachgebrauch. Diskutiert wurde auch Autonomie und Verantwortung von Kunst und Kunstkritik.

Die hier wiedergegebenen Diskussionen zeigen die ganze Komplexität des Themas. Zusätzlich zu den Vorträgen wurden auch die darauffolgenden Diskussionen abgedruckt. Der Band ist zudem teilweise bebildert.

Die Dokumentation ist auf der Plattform der Universität Heidelberg artihistoricum.net online erschienen. Die deutsche Version ist unter DOI https://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/891?lang=en abrufbar, die englische unter DOI https://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/892

Das Buch ist zum Preis von 44,90 Euro im Buchhandel zu erwerben. (www.aica.de)

17. Juli 2021



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AICA Deutschland gibt Auszeichnungen 2020 bekannt

„Museum des Jahres“: Kunstkritiker zeichnen Bauhaus Museum Dessau aus. Zwei weitere Ausstellungen in Dortmund und Berlin prämiert

Das Bauhaus Museum in Dessau ist nach dem Urteil von Kunstkritikern das „Museum des Jahres“. Das 2019 eröffnete Haus überzeuge damit, einerseits die Erinnerung an das Bauhaus als bedeutendste Schule für Gestaltung im 20. Jahrhundert wachzuhalten, andererseits aber auch die Idee des Bauhauses eindrucksvoll in die Gegenwart zu übertragen, hieß es auf der virtuellen Mitgliederversammlung der deutschen Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes AICA.
Zwei weitere Auszeichnungen für wichtige Ausstellungen des vergangenen Jahres sind an den Hartware MedienKunstVerein in Dortmund und das Brücke-Museum Berlin gegangen. In Dortmund prämierten die Kritiker „Artists and Agents – Performancekunst und Geheimdienste“ als „Ausstellung des Jahres“, in Berlin wurde „Bonzo’s Dream“ mit Werken der Malerin Vivian Suter zur „Besonderen Ausstellung“ erklärt.
Die mutige Entscheidung, das neue Bauhaus-Museums mitten ins Zentrum Dessaus auf eine gesichtslose Einkaufsstraße zu platzieren, stellt eine geglückte „Stadtreparatur“ dar und trägt wesentlich zur kulturellen Wiederbelebung der im 2. Weltkrieg schwer zerbombten Industriestadt bei.
Während des 1976 begonnenen Aufbaus der Sammlung war der DDR, unter anderem aus Devisenmangel, kein Ankauf wichtiger Werke der Bauhaus-Meister möglich. Die heutige Ausstellungs-Konzeption rückt folgerichtig nicht die weltbekannten Inkunabeln aus Kunst und Design, sondern die Lehr- und Lerntätigkeit in den Mittelpunkt, betont kreative Prozesse anstelle des Bauhaus-Mythos. Die Arbeiten der Studierenden geben den Blick frei auf das intellektuelle Innenleben der Hochschule. „Versuchsstätte Bauhaus. Die Sammlung“ als Titel der musealen Dauerausstellung bringt dies auf den Punkt.
Als Ausstellung in der Bauhaus-Ausstellung stellt die Reihe „Zwischenspiel“ aktuelle und historische Beiträge aus Kunst, Architektur und Fotografie vor. Die „Offene Bühne“ im Museums-Erdgeschoss ergänzt die Bühne im historischen Bauhaus-Gebäude: Dieses Projekt ist unter anderem in Kooperation mit internationalen Tanzensembles dem Lernen in Bewegung gewidmet. Es stellt neben den Wechselausstellungen einen weiteren wichtigen Baustein der starken Verbindung klassisch-moderner mit der heutigen Kunst dar, die das Bauhaus Museum Dessau auszeichnet.
Mit der Auszeichnung „Ausstellung des Jahres“ haben die Kunstkritiker Deutschlands die ab Herbst 2019 geöffnete Schau „Artists and Agents – Performancekunst und Geheimdienste“ im Hartware MedienKunstVerein in Dortmund prämiert. Zum 30. Jahrestag des Mauerfalls beleuchtete diese Schau die Interaktion zwischen Geheimdiensten und der Performancekunst als einer Kunstrichtung, die den Parteidiktaturen Osteuropas am unkalkulierbarsten, als westlich und dekadent erschien. Zu der Frage, was die Geheimdienste von den Künstlern befürchteten und was die überwachten Künstler und Künstlerinnen zu befürchten hatten, stellte die Ausstellung künstlerische Positionen aus der Perspektive geheimdienstlicher Ermittlungen vor. Hierfür waren umfangreiche Recherchen in den nach 1990 geöffneten Geheimdienstarchiven der ehemaligen Ostblock-Länder nötig. Die geheimdienstliche Unterwanderung der Kunstszene führte aber auch zu ihrer kunsthistorischen Dokumentation.
Den Titel „Besondere Ausstellung“ erhielt „Bonzo’s Dream“, eine Schau der in Guatemala lebenden Malerin Vivian Suter im Brücke-Museum Berlin. Die 1949 geborene Künstlerin und ihre mittlerweile gestorbene Mutter Elisabeth Wild, die bereits gemeinsam auf der Documenta 2017 in Athen zu sehen waren, haben mit ihren Gemälden für eine Wiederbelebung der Farben und Formen der expressionistischen Brücke-Künstler wie Ernst Ludwig Kirchner oder Karl Schmidt-Rottluff gesorgt. Ihr sehr kreativer Umgang mit der Sammlung des Berliner Museums zeigt, zu welch großartigen Ergebnissen eine Aktualisierung der Kunstgeschichte aus zeitgenössischer Sicht führen kann. Durch Öffnung der Oberlichter sei in dem modernistischen Museums-Pavillons überraschend viel lichter Raum entstanden. Die Bilder Suters rahmten die großen Fenster ein, lenkten den Blick in den Garten und umspielten aber auch in ungesehener Freiheit die Klassiker der „Brücke“.

Die rund 200 in der deutschen AICA-Sektion zusammengeschlossenen Autoren, Kritiker, Journalisten und Publizisten vergeben jedes Jahr ihre drei undotierten Auszeichnungen an Museen und für einzelne besonders gelungene Kunstausstellungen. In der internationalen AICA, einer von der UNESCO anerkannten Nicht-Regierungsorganisation (NGO), sind weltweit knapp 5000 Mitglieder aus 95 Ländern organisiert.

Kontakt:
Danièle Perrier (Präsidentin AICA-Deutschland) M. 0170 23 801 33; info@aica.de
Gerd Korinthenberg (Vizepräsident/Presse) M. 0160 491 14 33; gerdkor@googlemail.com

Folkwang Museum Essen ist „Museum des Jahres“

Deutsche Kunstkritiker wählen Essener Folkwang Museum zum „Museum des Jahres“

Deutschlands Kunstkritiker haben das Museum Folkwang in Essen zum „Museum des Jahres“ gewählt. Dem traditionsreichen und besonders besucherfreundlichen Haus sei es immer wieder gelungen, seine bedeutende Sammlung mit thematisch aktuellen Sonderausstellungen zu verbinden, wie es etwa bei der derzeit laufenden Schau „Der montierte Mensch“ zu sehen ist. Dies erklärten die in der deutschen Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes AICA zusammengeschlossenen Kunstexperten am Sonntag bei ihrer Jahresversammlung in Köln.

Zur „Ausstellung des Jahres“ kürten die Kritiker die Schau „Palast der Republik“ in der Kunsthalle Rostock, wo „leicht verständlich und wissenschaftlich sachlich“ anhand von Design, Architektur und Fotografie sowie Kunst die Geschichte des gleichnamigen Gebäudes im Herzen Berlins dargestellt worden ist. Ein besonderer Schwerpunkt der Ausstellung habe auf der Auseinandersetzung der zeitgenössischen Künstler mit dem umstrittenen und mittlerweile abgerissenen SED-Prachtbau gelegen. Nach Auffassung der Kritiker „hat die Ausstellung Maßstäbe gesetzt über das mit Kunsthäusern spärlich besetzte Mecklenburg-Vorpommern hinaus“.

Den Titel „Besondere Ausstellung“ erhielt „The Making of Husbands: Christina Ramberg in Dialogue“ in den Kunst-Werke Berlin. Auf beispielhafte Weise unterlaufe die Gruppenausstellung den Trend zur kritiklosen Verstärkung von Einzelpositionen oder eindeutigen Statements. Gezeigt wurde nicht nur das wenig untersuchte Werk der Chicagoer Malerin Christina Ramberg (1946 - 1995). Ihre Gemälde standen „in subtilen Korrespondenzen“ mit vielen weiteren Werken, die einander in den unterschiedlichsten Werkformen umkreisten: „Eine präzise gesetzte, in ihrer Kompromisslosigkeit erfrischende und ermutigende Einladung zum Abenteuer künstlerischen Eigensinns.“

Der neue Direktor des Museums Folkwang in Essen, Peter Gorschlüter, habe das Haus auch dadurch attraktiver gemacht, dass anstelle der üblichen chronologischen Hängung eine thematische Präsentation zu sehen sei, bei der neben der Kunst zugleich auch archäologische und ethnologische Stücke gezeigt werden. Besondere Publikumsnähe stelle das Essener Museum nicht nur dank des von der Krupp-Stiftung ermöglichten freien Sammlungs-Eintritts, sondern auch durch eine gelungene, mehrsprachige Webseite unter Beweis.

„Das Museum Folkwang setzt mit Erfolg alles daran, dem Bildungsauftrag der Museen nachzukommen und gleichzeitig für sein Publikum attraktiv zu sein, ohne Kompromisse zu machen“, betont die Präsidentin der deutschen AICA-Sektion, Danièle Perrier. Das Vorbild, für den freien Eintritt in die Sammlung einen Mäzen zu finden und damit die Besucherzahlen deutlich anzuheben, sei „unbedingt nachahmenswert“.

Die rund 200 in der deutschen AICA-Sektion zusammengeschlossenen Autoren, Journalisten und Publizisten vergeben jedes Jahr ihre drei undotierten Auszeichnungen an Museen und für einzelne besonders gelungene Kunstausstellungen. In der internationalen AICA, einer von der UNESCO anerkannten Nicht-Regierungsorganisation, sind weltweit in 64 Ländern knapp 6000 Kritikerinnen und Kritiker organisiert.

Kontakt: Danièle Perrier
T. 0261 86 112
M. 0170 23 801 32
info@aica.de

Kunst kontra Corona:

Kunst kontra Corona: Kunstkritiker plädieren für behutsame Wiedereröffnung der Museen

KÖLN – Für eine behutsame Wiedereröffnung der Museen in der Bundesrepublik hat der Verband der deutschen Kunstkritiker plädiert. „Kunstmuseen gehören schon immer zu den öffentlichen Räumen, deren Besuch mit bestimmten Verhaltensregeln zum Schutz der ausgestellten Werke verbunden ist. Es wäre organisatorisch leicht, auch die Museumsbesucher in diesen Schutz mit einzubeziehen“, betonte die Präsidentin der deutschen Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes AICA, Danièle Perrier, in Köln. Wie sonst nur beim Andrang auf Blockbuster-Ausstellungen üblich, könne zur wirksamen Vermeidung von Corona-Infektionen eine begrenzte Besucherzahl pro Stunde ohne weiteres auch für kleinere Präsentationen organisiert werden.

Ebenso ließe sich mit dem Appell auf gegenseitige Rücksichtnahme der Besucher sowohl eine maximale Verweildauer im Museum vereinbaren als auch die Benutzung von Atem-Masken fordern. „Und mit den in vielen Museen längst üblichen Audio-Kopfhörer-Systemen können sogar Führungen angeboten werden, ohne dass sich die Teilnehmer dabei zu nahe kommen müssen“, erklärte die ehemalige Gründungsdirektorin des Ludwig-Museums in Koblenz.

Selbstverständlich muss jedes Haus je nach Größe der Ausstellungsräume, der architektonischen Gegebenheiten bei Ein- und Ausgang sowie der personellen und organisatorischen Möglichkeiten die Zugangskriterien einer behutsamen Wiedereröffnung für sich festlegen, sagte die Museums-Expertin: „Was in Baumarkt oder Bibliothek nun an Abstand und Achtsamkeit ganz neu eingeübt werden muss, das ist in Kunstmuseen mit ihren kostbaren Werken schon immer und mit Erfolg üblich.“ Gerade in schwierigen Krisenzeiten sei das Bedürfnis vieler Menschen nach Kunst und Kultur besonders stark, wobei trotz aller Fortschritte digitaler Vermittlung die Begegnung mit dem Original nicht zu ersetzen sei.

Der Internationale Kunstkritikerverband AICA hat in 65 Ländern rund 6000 Mitglieder, der deutschen Sektion gehören rund 200 Kunstkritiker, -autoren und Museums-Kuratoren an.

AICA Vorstand neu gewählt

Vorstand:  Korinthenberg, Wagner, Perrier, Reindl
Vorstand: Korinthenberg, Wagner, Perrier, Reindl Foto: Jelena Ilic

Die Mitglieder der deutschen Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes AICA haben auf ihrer Jahresversammlung in Köln (am 6.3.2020) den Vorstand neu gewählt. Die bisherige und seit 2017 amtierende Präsidentin Danièle Perrier wurde für weitere drei Jahre im Amt bestätigt. Die Kunsthistorikerin war Gründungsdirektorin des Ludwig Museums in Koblenz und bis 2012 Leiterin des Künstlerhauses Schloß Balmoral. Neu in das Amt des Vizepräsidenten wurde der Journalist Gerd Korinthenberg gewählt, der zuletzt Leiter der Kommunikation und Pressesprecher der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen/Düsseldorf war und von 1985 bis 2010 als Kulturkorrespondent der Deutschen Presse-Agentur (dpa) gearbeitet hat.

In ihrem Amt als Vizepräsidentin bestätigt wurde die Kölner Kunstkritikerin, Kuratorin und Übersetzerin Uta Reindl. Sie organisiert seit vielen Jahren regionale Kritiker-Plattformen und interdisziplinäre Kunst-Festivals im In- und Ausland. Als Schatzmeisterin der deutschen AICA wurde Ellen Wagner wiedergewählt. Wagner ist an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach promoviert worden und hat im Frankfurter Kunstverein das Symposion "News Flash Kunst Kritik" organisiert. Zudem ist sie Herausgeberin der gleichnamigen Buchpublikation.Thema ist die digitale Vernetzung und Verbreitung von Kunst und deren neue Herausforderung an die Kritik.