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Kunstkritik - Populismen und Nationalismen

Willkommen zum 52. Internationalen AICA-Kongress, eine Veranstaltung von AICA Deutschland in Kooperation mit der Kulturstiftung des Bundes.
Der Kongress wird vom 1. bis zum 7. Oktober 2019 in Köln und Berlin stattfinden.

Den Höhepunkt der Veranstaltungen in Köln wird die Verleihung des Prize for Distinghuished Art Criticism an einen renommierten deutschen Kunstkritiker im Museum Ludwig bilden.
Die ersten beiden Tage in Köln sind den administrativen Aufgaben der AICA International gewidmet. Sollten Sie bereits in Köln am Kongress teilnehmen wollen, jedoch nicht in die Kommissionen oder den Verwaltungsrat der AICA involviert sein, haben Sie die Möglichkeit zur Teilnahme an Besichtigungen in bekannten Galerien und Institutionen in der Region (Mindestteilnehmerzahl: 8 Personen). Auch Nicht-AICA-Mitglieder sind herzlich willkommen.

Am Donnerstag Morgen werden wir gemeinsam den ICE um 8.44 Uhr am Kölner Hauptbahnhof nehmen, so dass wir gegen 13 Uhr am Hauptbahnhof in Berlin ankommen werden. Bitte buchen Sie Ihre Reservierung so bald als möglich, da spätere Zugverbindungen zu spät für den Kongressbeginn um 15.30 Uhr ankommen.

Die Eröffnung des Kongresses wird am 3. Oktober im Hamburger Bahnhof in Berlin stattfinden. Am 4. und 5. Oktober wird der Kongress in der Berlinischen Galerie tagen.

Der Kongress zum Thema Kunstkritik in Zeiten von Populismen und Nationalismen beschäftigt sich mit aktuellen Fragen nach der Rolle der Kunstkritik aus unterschiedlichen Perspektiven.

Populistische Tendenzen, gleich welcher Couleur, prägen die zeitgenössische Medienlandschaft und das Feld der Kunst- und Kulturkritik. Diskussionen über die Entfernung von umstrittenen Kunstwerken oder das Einsickern der „Me Too“-Debatte in den Kunstdiskurs nehmen sich ihren Raum in der Berichterstattung. Ethische Bewertungskriterien werden ins Feld geführt, wo Künstler*innen mit ihren Werken und Aktionen bewusst provozierend oder scheinbar naiv kulturelle Aneignungen vollziehen. Doch wo und wie verläuft die Grenze zur Beschneidung künstlerischer Ausdrucksfreiheit? Was sagt der Verlauf solcher Auseinandersetzungen zwischen ethischen und ästhetischen Fronten aus, über unser Verständnis von politisch „verantwortungsvoller“ Kunst und unstkritischen Herangehensweisen, die einer solchen „angemessen“ erscheinen?

Der AICA-Kongress widmet sich den Möglichkeiten kritischer Auseinandersetzung mit Kunst als einer sozial eingebetteten, doch ästhetisch freien Ausdrucksform. Er baut auf einer Vielfalt an Sichtweisen und bietet moderierte Diskussionen nach jedem Beitrag bzw. nach zwei aufeinander bezogenen Vorträgen. Wir möchten Wissenschaftler*innen, Künstler*innen, Autor*innen und Journalist*innen zu Wort kommen lassen und das Publikum aktiv einbeziehen. Nicht nur die Vorträge selbst, sondern auch die Diskussionen sollen Bestandteil der Kongressakten werden.

Unser Programm sieht vor, zunächst Nuancen im Begriffsverständnis von Populismus im Feld der Kultur und der Politik nachzugehen und insbesondere auch den post-kolonialen Kontext in diese Diskussion einzubringen. Auswirkungen von Populismen und Nationalismen in der kunstkritischen Praxis werden anhand von (inter-)nationalen Fallstudien betrachtet. Berichte von Kolleg*innen aus verschiedenen Ländern werden eine Grundlage für die Diskussion über Fragen der Zensur geben.

Der letzte Tag des Kongresses wird sich Methoden und Formaten der Kunstkritik insbesondere unter dem Gesichtspunkt der populären Adressierung eines Publikums widmen. Aspekte digitaler Distribution und die Rolle der Kunstkritik für die Öffnung und Schließung demokratischer öffentlicher Räume werden hier ebenso von Bedeutung sein.

Aus 39 eingegangenen Bewerbungen auf den Call for Papers hat unsere international besetzte Jury elf Beiträge ausgewählt, die durch weitere eingeladene Referent*innen ergänzt werden. Wir freuen uns auf angeregte Diskussionen und hoffen, Sie hierzu begrüßen zu dürfen.