Pressemitteilung (PDF)

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Steph Holl-Trieu erhält den mit 12.000 Euro dotierten AICA-Preis für Junge Kunstkritik 2026.

Der Jury gehörten in diesem Jahr an: der Schriftsteller Leif Randt; die beiden Preisträgerinnen des Vorjahres, Anne Küper und Alicja Schindler; AICA-Mitglied Renate Puvogel; sowie Kolja Reichert, Präsident der AICA Deutschland e.V.

Jurybegründung

Steph Holl-Trieus Texte zeichnen sich durch präzise Beobachtung, philosophische Gründlichkeit und außergewöhnliches Sprachempfinden aus. Ihre Sprache ist nüchtern, exakt und geduldig. Komplexität vermag sie kompakt zu fassen. So lädt sie zum Mitdenken ein. Holl-Trieus Argumente entwickeln sich entlang der konkreten Anordnung von Werken im Raum. Dieses werknahe Denken ist von seltener poetischer Klarheit und konzeptioneller Unabhängigkeit. Dabei lässt ihre Wahrnehmung kein Detail unbeachtet. Holl-Trieus Texte tasten Ausstellungen und Werke mit hoher Präzision und Proportionssinn ab, bis sich gedankliche Öffnungen abzeichnen, die über das Sichtbare hinausweisen. So entstehen neue Kriterien und werden neue Weisen des Nachdenkens möglich.

Über die Preisträgerin

Steph Holl-Trieu, 1995 geboren, ist Künstlerin und Autorin. Neben Texten, Installationen und Klangarbeiten entwickelt sie performative Formate wie Lesungen und Rollenspiele, die überwiegend in Kollaborationen entstehen. Ihre Kunstkritiken erschienen unter anderem in Texte zur Kunst und im PW-Magazine. Holl-Trieus Arbeiten waren etwa am HAU Berlin, im Kunstraum Niederösterreich und in der Shedhalle Zürich zu erleben. Sie hielt Vorträge und gab Workshops unter anderem an der LUCA School of Arts in Brüssel, an der ArtEZ University of the Arts in Arnhem, im Programm Kunst als Soziale Praxis an der Hessischen Theaterakademie und der Zürcher Hochschule der Künste. Holl-Trieu hat einen Master in Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation der Universität der Künste Berlin sowie einen Master in Critical Studies von der Akademie der bildenden Künste Wien. Von 2019 bis 2024 war sie Co-Direktorin und Kuratorin im Berliner Ausstellungsraum Ashley. Seit 2025 ist sie Mitorganisatorin des jährlichen Spring Meetings im Performing Arts Forum in St. Erme (Frankreich), einem von Künstler:innen initiierten und selbstorganisierten Ort für künstlerische (Wissens-)Produktion.