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Gleichstellung Kunst/Kritiker

Fiktiven Unternehmerlohn gefordert!

Kulturrat begrüßt zusätzliche Unterstützung für Künstler und Kulturschaffende im zweiten Lockdown!

Berlin, den 05.11.2020. Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, begrüsst die Bekanntgabe der Bundesregierung zusätzliche Unterstützung für den Kulturbereich im November zu ermöglichen durch die Einführung des fiktiven Unternehmerlohns für Künstler und Kulturschaffende und der Umsatzerstattung von 75% für Kulturbetriebe unter 50 Mitarbeiter und 70% bei über 50 Mitarbeitern.

Seit März leidet nahezu der gesamte Kulturbereich unter den Einschränkungen durch die Corona-Maßnahmen, die für viele Kulturschaffende einem Berufsverbot gleichkommen. Bislang sind von staatlichen Hilfen mit rund einer Milliarde Euro erst ein Bruchteil der insgesamt zur Verfügung stehenden 25 Milliarden Euro ausgezahlt worden. Ein Grund hierfür war sicherlich die mangelnde Passfähigkeit der bestehenden Programme sein. Diese gehen an der Lebenswirklichkeit der meisten Kulturschaffenden, Freiberufler*innen und Soloselbständigen vorbei. Denn viele Unternehmen und Soloselbständige in der Kultur- und Kreativwirtschaft haben vor allem die eigenen Personalkosten. Finanzielle Hilfen, die nur Fixkosten wie Miete und Betriebsausgaben berücksichtigen, helfen den Betroffenen nicht.

Die Präsidentin des Deutschen Kulturrates Prof. Dr. Susanne Keuchel, die in Gesprächen mit Bundesminister für Wirtschaft und Energie Peter Altmeier, MdB (CDU) mehrfach auf die Notwendigkeit des fiktiven Unternehmerlohns hingewiesen hatte, fordert: „Es geht um die dringend benötigte Unterstützung einer Branche, die erneut zu einem Stillstand gezwungen wird. Die zusätzlichen Stipendienprogramme, die einen Neustart im Kulturbereich ermöglichen, sind sehr wichtig, sind jedoch kein Ersatz für bisherige Einnahmeverluste, da sie nur einen kleinen Teil der Künstler*innen und Kulturschaffenden erreichen. Zugleich wenig wertschätzend sind Stipendien-Lotterien, wie die des Landes Berlin, die per Los über die Vergabe entscheiden, ob Kulturschaffende Unterstützung erhalten oder nicht. Wir brauchen daher neben einem Neustart Kultur den fiktiven Unternehmerlohn für Soloselbständige in der Kultur- und Kreativwirtschaft während des gesamten Zeitraums massiver Einnahmeausfälle durch die Krise.“

Die Präsidentin des Deutschen Kulturrates fordert zugleich, dass die Kulturbetriebe langfristig unterstützt werden, die in den letzten Monaten viel Geld in Schutzmaßnahmen investiert haben und durch den neuen Lockdown schwer getroffen wurden. Die Politik muss daher dringend auch Konzepte entwickeln, die den Erhalt bestehender Strukturen langfristig sichern. Die Kulturschaffenden brauchen Perspektiven! Und die Gesellschaft Kultur – in und nach Krisenzeiten!

Pressemitteilung vom 5.11.2020

Gleichstelkung Kunst7Kritiker unsere Forderung

Am 23. September hat der Deutsche Kunstrat getagt.
Hier der Bericht von Jörg Heiser, der uns vertreten hat und unter TOP 5 die Gleichstellung freischaffender Kunstkritiker mit den Künsltern forderte.

Vorsitz hatten Wolfgang Suttner (ADKV), Beate Reifenscheidt-Ronnisch (ICOM), sowie Dagmar Schmidt und Andrey Gisy from BBK.

Unser TOP war ja erst Punkt 5 (Gleichstellung freischaffender Kunstkritiker mit den Künstlern), aber mir gelang es auch schon vorher, biei Punkt 3 (das Grütters-Programm "Neustart Kultur“) und bei Punkt 4, Zukunftsstrategien, ein paar unserer Punkte anzubringen. Es wurden keine förmlichen Beschlüsse zu irgend etwas gefasst, so auch nicht zu diesem TOP. Aber es gab zumindest keinen expliziten Widerspruch zur gewünschten gleichgestellten Berücksichtigung der Kritiker bei Belangen im Interesse aller Kunstschaffenden.

Bei Punkt 3 – Grütters „Neustart Kultur“, das 1 Milliarde-Programm – verwies ich auf eine Stellungnahme von Hans-Jürgen Hafner, und las auch eine Stelle daraus vor, die genau auf den Punkt einging, dass er als Kritiker zweimal bisher an einer Beantragung gescheitert ist, beim ersten mal wurde ihm mitgeteilt, dass das geplante Projekt mit Galerie Fricke nicht gefördert werden könne, weil sie Galerien nicht fördern könnten (was sie an anderer Stelle schon tun bzw. tun wollen, soweit ich weiß). Das zweite (mit Kito Nedo) ließ er dann, weil er feststellen musste, dass eine Honorierung der mit dem Projekt-Antrag verbundenen Arbeit der Antragstellenden ausgeschlossen ist. Vor allem letzterer Punkt traf auf allgemeine Zustimmung: dass sich diese Förderungspraxis dringend ändern muss, weil man gerade von Solo-Selbstständigen nicht erwarten kann, dass sie ein Projekt durchführen inkl. Honoraren für andere Beteiligte, dabei selbst aber leer ausgehen - sie selbst also von "Luft und Liebe" quasi das Projekt stemmen sollen.

Bei Punkt 4 brachte ich entsprechend Vorschläge ein, dass z.B. eine Projektförderung dann eben im „Tandem“ mit einer Art Stipendium verbunden sein muss bei jenen, die dies nicht aus einer Institutionsanstellung heraus beantragen.

Bei Punkt 5 dann brachte ich noch an, dass beispielsweise in NRW die Förderung für Kunstkritiker offenbar nicht griff. Und verwies auch freundlich darauf, dass der BBK zwar lobenswerterweise Förderungen für Künstler und Kuratoren aufgelegt habe, die Kunstkritiker dabei nicht vorkommen; dass der ADKV zwar lobenswerter Weise den Kunstkritikerpreis ausrichtet, dieser aber eben der mehr oder minder einzige seiner Art sei und dazu noch niedrig dotiert. Ich hoffe die Botschaft ist angekommen.

Mein Eindruck war, dass man bei BBK (namentlich den beiden Vertreterinnen) dazu nochmal freundlich nachhaken könnte. Auch der Vertreter vom Künstlerbund schien zugewandt. Man muss da vielleicht noch einmal nachhaken und fragen, ob man da in Zukunft enger zusammenarbeiten könnte.
Ein Tipp von Herrn Suttner vom ADKV war denn, dass es vielleicht sinnvoll wäre, wenn AICA selbst einen Projektantrag bei „Neustart Kultur“ einreicht - man müsste ein Förderprogramm vorschlagen, beispielsweise ein Stipendienprogramm? Ob die Anregungen in welcher Form nun auch immer beim Treffen des Kunstrat-Vorstands mit Grütters am darauffolgenden Tag Erwähnung fanden, kann ich natürlich nicht sagen.
Fazit: Zumindest wurde die Problematik ins Bewusstsein gerufen. Ob es etwas bewirkt, vermag ich nicht zu sagen. AICA muss wohl selbst als Verband aktiv auf Grütters zugehen:

Jörg Heiser
25. September 2020

Kulturrat begrüßt zusätzliche Unterstützung