Isabelle Lindermann im Gespräch mit Sabeth Buchmann und Carsten Probst

Kunstkritik nähert sich einer künstlerischen Bildpraxis oder Arbeit oftmals als ein erster Versuch der konzisen Beschreibung, für die eine Sprache erst gefunden werden muss. Dagegen vermag die kunstwissenschaftliche Beschreibung mit größerem zeitlichem Abstand meist auf einen Fundus von Rezeptionen und Deutungen zurückzugreifen und die Kriterien der Beschreibung kritisch zu hinterfragen.
Die beiden verschiedenen Sprachfindungsprozesse teilen unter den Bedingungen der Gegenwart eine – womöglich wachsende – Schnittmenge kritischer Methoden und sprachlicher Bezugnahmen, insbesondere was die begrifflichen Rahmungen der westlichen Art World, ihre politischen, sozioökologischen oder machtanalytischen Implikationen angeht.

Der Lunchtalk mit Sabeth Buchmann (Berlin/ Wien), Kunsthistorikerin und -kritikerin, Professorin für die Geschichte der modernen und postmodernen Kunst an der Akademie der bildenden Künste in Wien und Carsten Probst (Berlin), Kunsthistoriker und -kritiker und derzeit Präsident der deutschen Sektion des Kunstkritiker:innenverbandes AICA, fragt danach, wie diese Schnittmengen angesichts einer mittlerweile offen restriktiven Kulturpolitik, der „Kulturkämpfe“ und Debatten um „post-kritische“ Kritikbegriffe aktiv verteidigt und strategische Vernetzungen von Kunstkritik und kritischer Wissenschaft gestärkt werden können.

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