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2021

Hommage an Walter Vitt zum 85. Geburtstag

Lieber Walter,

Du feierst heute Deinen 85. Geburtstag. Ich wünsche Dir im Namen aller unserer Kollegen und Kolleginnen der AICA alles erdenklich Gute zum Geburtstag! Vor allem hoffen und wünschen wir Dir, dass Du Dich bald wieder gesund und recht wohl fühlst und Freude hast am Leben, an den Begegnungen und Gesprächen mit den Kollegen und an Entdeckungen und Auseinandersetzungen mit der Kunst.

Ich möchte Dir bei dieser Gelegenheit von Herzen unser aller Dank aussprechen für Deinen immerwährenden, selbstlosen Einsatz für die deutsche Sektion der AICA, der Du seit 1978 angehörst. Schon bald, nämlich 1986, wurdest Du zu deren Sekretär gewählt und kurz darauf zum Präsidenten, eine Position, die Du fast zwanzig Jahre innehattest. Kaum gewählt, kam der Mauerfall und die Wiedervereinigung Deutschlands. Damit hattest Du als Präsident die schwierige Aufgabe, die Kunstkritiker und Kunstkritikerinnen aus Ost- und Westdeutschland zu vereinigen. Was es damals hieß, das historisch, politisch und oft ideologisch „zweigeteilte“ deutsche Volk zusammenzuführen, können jüngere Generationen heute kaum nachvollziehen.

Du hast schon sehr früh die Bedeutung der Außenwirkung der AICA erkannt und sie maßgeblich durch die schrittweise Einführung der bis heute jährlich vergebenen Auszeichnungen gefördert: Es war 1991 zuerst die Ausstellung des Jahres, 1995 gefolgt von der besonderen Ausstellung, mit denen auch kleinere aber hochinteressante Kleinausstellungen gewürdigt werden, und 2004 schließlich das Museum des Jahres. Mit Deiner Reihe Schriften zur Kunstkritik, die Du jährlich von 1990 bis 2018 mit viel Engagement und Herzblut herausgegeben hast, hast Du ein attraktives Format gewählt und all jenen, die auf Reisen oder in Pausen den Reiz einer kurzen, intellektuell anregenden Lektüre schätzen, ein schönes Geschenk gemacht. Auch Deine Festschrift zum 50. Gründungs-Jubiläum der AICA Deutschland Vom Kunststück, über Kunst zu schreiben bleibt eine einzigartige Quelle zu den Aktivitäten und Interessen unseres Vereins.
Von Deinem ehrenamtlichen Einsatz außerhalb der AICA möchte ich nur ein Projekt herausgreifen, weil es Wesentliches über Deine ethische und politische Einstellung aussagt: Ich meine das sich fortentwickelnde Mahnmal Namen der Autoren zur Erinnerung an die Bücherverbrennung während der Zeit des Nationalsozialismus. Im Jahr 2001 in der Kölner Südstadt initiiert, ist es unter Deiner Betreuung von Kölner Auszubildenden des Steinmetz-Handwerks fortgeschrieben und im Mai 2018 vollendet worden.

Für Deine Verdienste wurdest Du 1999 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, 2000 mit dem Rudolf-Jahn-Preis und 2004 mit dem Rheinlandthaler des Landschaftsverbandes Rheinland. Im Jahr 2008 wurdest Du Ehrenmitglied der deutschen AICA als Zeichen Deiner vielfältigen Verdienste um die Kunst und Kunstkritik in unserem Land.

In großer Verbundenheit, im Namen des gesamten Vorstandes und aller Mitglieder übersenden wir Dir die herzlichsten Grüße!

Deine

Danièle
2. Oktober 2021