Das Förderprogramm „Anstoß – das Kunstkritik-Stipendienprogramm der Jürgen Ponto-Stiftung in Kooperation mit AICA Deutschland“ geht in die zweite Runde: Die neuen Stipendiaten sind der Kunstkritiker Kristian Vistrup Madsen und der Künstler Frederik Worm.

Das Förderprogramm vergibt jährlich für sechs Monate Stipendien in Höhe von jeweils 1.000 Euro monatlich an eine:n Kunstkritiker:in und eine:n Künstler:in. Gemeinsam erarbeiten sie eine Publikation, die von der Jürgen Ponto-Stiftung gefördert wird. Der Gesamtwert des Förderprogramms beträgt 30.000 Euro.

Die Auswahl der Preisträger:innen erfolgt in einem zweistufigen Verfahren:

Eine jährlich wechselnde Nominierungsjury aus Expert:innen der Kunst und der Kritik schlägt Kunstkritiker:innen vor, die sich durch besondere Leistungen verdient gemacht haben. Aus den Vorschlägen wählt eine ebenfalls jährlich wechselnde Jury eine:n Kunstkritiker:in. Diese:r wählt – von der Jürgen Ponto-Stiftung mit Carte blanche ausgestattet – eine:n Künstler:in als Co-Stipendiaten:in.

Mit ihrem Programm weitet die Jürgen Ponto-Stiftung ihren Blick im Bereich der bildenden Kunst und nimmt die Kunstkritik in den Fokus. Ausgewählte Kritiker*innen werden zusammen mit Künstler*innen finanziell gefördert und mit der Einladung, einen Katalog zu erstellen, sichtbarer gemacht. 2025 hatte die Jury die Kritikerin June Drevet und die Künstlerin Vanessa Amoah Opoku als erste Stipendiatinnen ausgewählt.

Die Jury für das Jahr 2026 bestand aus der Leiterin des Kunstmuseums Stuttgart Dr. Ulrike Groos, der Kunsthistorikerin und Autorin Kirsty Bell sowie dem Journalisten, Kulturwissenschaftler und Hochschullehrer Diedrich Diederichsen.

Kristian Vistrup Madsen (*1991) ist Autor und Kurator und lebt seit 2016 in Berlin. Seine Texte erscheinen regelmäßig in internationalen Magazinen wie Artforum, Frieze, Spike, Kunstkritik, Harper’s und The White Review sowie in Ausstellungskatalogen von Institutionen wie der Kunsthalle Basel, der Secession, WIELS, dem Hamburger Bahnhof, der Kunsthalle Wien, dem MUDAM und dem Moderna Museet.
Sein Buch Doing Time: Essays on Using People, das sich mit Gefängniskorrespondenz und dem Einsatz anderer Menschen im Schreiben und in der künstlerischen Produktion befasst, erschien 2021 bei Floating Opera Press. Die Ausstellung „Play It As It Lays“, eine Auseinandersetzung mit Landschaft und Melancholie im späten Modernismus, war 2024 Teil von Curated By in Wien. 2025 kuratierte er „Mood Curriculum“, eine Reihe von Podcasts und Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit dem Kopenhagener Ausstellungsraum Simian, die Stimmung als zentrale Kategorie künstlerischer und kuratorischer Praxis verstand. 2026 wird das Ausstellungsprojekt „The Heart is a Pump“ bei Between Bridges realisiert, das Schmerz, Ekstase und christliche Ikonografie untersucht.
Madsen absolvierte Studien an Goldsmiths und am Royal College of Art in London. Seit Anfang 2026 ist er Doktorand im Bereich Art Writing und kuratorische Praxis an der Konstfack in Stockholm.

Als Co-Stipendiaten des Förderjahrs 2026 hat Kristian Vistrup Madsen den Künstler Frederik Worm ausgewählt. Beide werden über den Zeitraum Juli bis Dezember 2026 gemeinsam eine Publikation erarbeiten.

Frederik Worm (*1991) ist bildender Künstler und Fotograf, der medienübergreifend mit Fotografie, Film, Skulptur und Druckerzeugnissen arbeitet. Seine Praxis ist in Kollaboration verankert und versteht künstlerische Produktion als einen relationalen Prozess, der durch Nähe, Dauer und Kontext geprägt ist. In Zusammenarbeit mit Künstler*innen, Autor:innen und Musiker*innen entwickelt, richtet sich seine Arbeit auf die materiellen, sozialen und distributiven Rahmenbedingungen, durch die Kunst produziert, zirkuliert und rezipiert wird.
Worm studierte an der Königlich Dänischen Kunstakademie, Abteilung Walls and Space, sowie an der Akademie der Künste München in der Klasse von Prof. Stephan Dillemuth. Zu den jüngsten Präsentationen zählen Paris Internationale mit Giselle’s Books (FR, 2025), New Theater Hollywood (US, 2025), Haus am Waldsee (DE, 2025), Kunsthal 44Møn (DK, 2025), Den Frie Centre of Contemporary Art, Kopenhagen (DK, 2024), UKS – Unge Kunstneres Samfund, Oslo (NO, 2024), Berlin Atonal (DE, 2023) und Café OTO (UK, 2023). Seine Arbeiten befinden sich in der Sammlung des Kunstmuseums St. Gallen und wurden von Stanza (DK) sowie After 8 Books (FR) publiziert.

Seit 1977 widmet sich die rechtlich selbständige Jürgen Ponto-Stiftung dem künstlerischen Nachwuchs in Deutschland. Sie unterstützt Künstler*innen aus den Bereichen Musik, bildende Kunst und Literatur, die am Beginn ihrer Karriere stehen. Benannt ist die in Frankfurt am Main und Berlin ansässige Stiftung nach dem damaligen Vorstandssprecher der Dresdner Bank, Jürgen Ponto. Die Stiftung erinnert an das Engagement Jürgen Pontos, der sich zu Lebzeiten sehr für die Förderung junger Künstler:innen in Deutschland einsetzte. Ihr Vermögen beläuft sich auf rund 13 Millionen Euro.

Fotoarbeit von Frederik Worm
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