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2018

Horst Richter ist tot

Horst Richter mit Luiza Vitt und Wibke von Bonin

Archiv AICA Kongress 1992, Wien

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist Horst Richter, der langjährige Präsident der AICA-Sektion der Bundesrepublik Deutschland am 22. Dezember 2018 in Köln gestorben. Seine Präsidentschaft 1975 eröffnete für die damals nur westdeutsche AICA-Sektion ein Kapitel der Konsolidierung und der Kontinuität, der internationalen Anerkennung, der sukzessiven Erweiterung und Verjüngung des Kreises der Mitglieder. Die Jahre zuvor waren gleichermaßen von Unübersichtlichkeit und häufiger Lähmung gekennzeichnet und müssen im Grunde zur Vorgeschichte der westdeutschen AICA-Sektion gerechnet werden. Zwar vermochte die AICA-Sektion der DDR noch vor der Bundesrepublik den internationalen Kongress von 1974 zu veranstalten und damit im Zeichen des anhaltenden Ost-West-Konfliktes einen beachteten Prestigeerfolg erzielen. Doch drei Jahr später zog die Bundesrepublik Deutschland unter Richters Ägide im Zusammenhang mit der documenta 6 nach, und der internationale Kongress in Kassel und Köln ging als einer der lebhaftesten, diskussionsfreudigsten und kontroversesten kunstkritischen Diskurse in die Geschichte der AICA ein. Zweifellos zählt er zu den äußeren Glanzpunkten der Präsidentschaft des am 26. Februar 1926 in Leipzig geborenen Horst Richter, dessen Amtszeit 1989 endete.

In Köln hatte er von 1951 bis 1956 Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte und Germanistik studiert, ein Jahr später wurde er promoviert. Der UNESCO-Kommission diente Horst Richter von 1960 als Pressereferent und ab 1971 bis 1989, zunächst in Köln, dann in Bonn als stellvertretender Generalsekretär. Für den „Kölner Stadt Anzeiger“ und für die „Weltkunst“ schrieb Richter gleichzeitig viel gelesene Kunstkritiken. Darüber hinaus verfasste er zahlreiche Bücher, von denen seine „Geschichte der Malerei im 20. Jahrhundert“ im DuMont Verlag nicht weniger als 10 oft erweiterte Auflagen erreichte. Dem Kölner „Progressiven“ Anton Räderscheidt widmete er die erste Monografie überhaupt. Als Rundfunkjournalist war Horst Richter außerdem für die Deutsche Welle und den WDR tätig. Seine El Lissitzky-Monographie 1958 dokumentiert ein wachsendes Interesse für den Konstruktivismus, namentlich für seine im Westen kaum zur Kenntnis genommenen osteuropäischen Varianten. Richter gehörte zu den einflussreichsten und renommiertesten Kunstkritikern in der Bundesrepublik Deutschland. Sein klares ästhetisches Urteil verriet große Sachkunde und bezeugte die Souveränität und Gelassenheit seiner kunstkritischen Haltung. Von den künstlerischen Grabenkämpfen der 1960er und 1970er Jahre hielt er sich dagegen weitgehend fern und dank seines diplomatischen Geschicks gelang es ihm, sie ebenso der westdeutschen Sektion der AICA zu ersparen.
Klaus Honnef
2. Januar 2019

Der Kulturjournalist Rainer Hoeynck ist gestorben

Rainer Hoeynck

Foto Stefanie Endlich (Detail)

Der Kulturjournalist Rainer Hoeynck, der Jahrzentelang die Berliner Kultur begleitet hat, ist tot. Er starb, wie seine Witwe mitteilte, am Freitag, 10. August 2018, im Alter von 91 Jahren. 1927 geboren, war er als Flakhelfer in den Krieg geraten. Nach kurzer sowjetischer Gefangenschaft begann er im November 1945 als einer der ersten beiden Volontäre beim frisch gegründeten Tagesspiegel eine Ausbildung, bevor er 1948 zum Rias wechselte, dem "Rundfunk im amerikanischen Sektor". Dort stieg er zum Ressortleiter Kulturkritik und Kulturpolitik auf und moderierte lange Zeit die "Langen Nächte" der Berliner Jazztagen. Darüber drehte er Kultur- und Dokumentarfilme fürs Fernsehen und veröffentlichte Bücher wie "Berlin auf den zweiten Blick". Nachdem er in Ruhestand gegangen war, übernahm Hoenck das Amt des Präsidenten der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst.

TPS, Tagesspeigel
12. August 2018

[Mehr Zu Rainer Hoeynck]

Ursula Feist ist am 4. März gestorbent

Liebe Familie Feist,

zum Tode Ihrer Mutter und Großmutter Ursula sage ich Ihnen im Namen der AICA, aber auch ganz persönlich: Wir trauern mit Ihnen. Auch uns bleibt die Erinnerung an unser langjähriges Mitglied Ursula Feist, die zusammen mit ihrem im Tode voranggegangenen Mann, unseren Verband und auch unsere Mitgliederversammlungen durch ihren kunstkritischen Sachverstand viele Jahre bereichert hat.
Ich persönlich hatte darüber hinaus ein sehr herzliches Verhältnis mit beiden Feists, mit Günter begann es schon sehr früh nach der deutschen Wende und der Erweiterung der bundesdeutschen AICA durch Kolleginnen und Kollegen der DDR, weil Günter sich schon ganz früh mit einem Band in unserer Schriftenreihe zur Kunstkkritik beteiligt hat (Band 3, Option Gegenwehr, Köln 1995). - Noch einmal: Wir trauern mit Ihnen und werden auf unserer diesjährigen Mitgliederversammlung der Gestorbenen gedenken.

Mit stillen Grüßen

Walter Vitt
Köln, 6. 3. 2018

Wassilij Iwanowitsch Rakitin

Mit über einem Jahr Verspätung haben wir vom Tod unseres Kollegen Wassilij Iwanowitsch Rakitin erfahren. Er wurde am 11. September 1939 in Moskau geboren und studierte dort an der Staatlichen Universität. Seit den 60er Jahren war er als Kritiker und Autor tätig, eine Zeitlang wohl in Italien, wo zwei seiner Bücher Chagall 1989 und Suprematisti Russi negli anni 20 1991 in Mailand erschienen sind.

1998, zum Zeitpunkt seiner Aufnahme in die AICA Deutschland, hatte er bereits die deutsche Staatsbürgerschaft und lebte in Frankfurt am Main, wo er für die Schirn Kunsthalle tätig war. Der Schwerpunkt seiner Schriften war der russischen Avant-Garde des frühen 20. Jahrhunderts gewidmet. Zu seinen wichtigen Publikationen gehört Malewitsch, Suetin, Tschaschnik. 1992 in Köln herausgegeben. Verzeichnet sind auch Tätigkeiten für das Solomon Guggenheim Museum und dem Retretti Art Center in Finnland, vielleicht im Zusammenhang mit der Ausstellung The Great Utopia, einer Wanderausstellung zwischen Frankfurt, New York und Russland, an deren Katalog er mitwirkt. In den letzten Jahren pendelte Rakitin zwischen Paris und Moskau, wo er am 24. Januar 2017 verstorben ist.

Mit stillen Grüßen

Danièle Perrier
18. August 2018